Skip to content
Cyberattack: Tens of Thousands of Data Stolen From Hospital Patients

Cyberattack: Tens of Thousands of Data Stolen From Hospital Patients

www.swr.de May 22, 2026

Bei einem Cyberangriff auf einen externen Dienstleister haben Kriminelle Daten von Zehntausenden Patientinnen und Patienten von Kliniken in Baden-Württemberg gestohlen. Es geht zum großen Teil um Informationen wie Namen und Adressen, aber auch um Rechnungsdaten, wie die Unikliniken Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm am Donnerstag mitteilten.

Nach SWR-Informationen sind von dem Cyberangriff auch weitere große Krankenhäuser im Land betroffen, die ihre Abrechnungen über den Dienstleister laufen lassen. Den Informationen zufolge handelt es sich dabei um die Firma Unimed im Saarland. Sie war auf SWR-Anfrage am Donnerstagnachmittag nicht zu erreichen.

Der Dienstleister rechnet den Angaben der Kliniken zufolge Leistungen von Patientinnen und Patienten ab, die privat versichert sind, eine private Zusatzversicherung haben oder Selbstzahler sind. Das bedeutet, dass sie etwa für eine Chefarztbehandlung keine Zusatzversicherung haben und diese aus eigener Tasche zahlen. Das können laut einem Sprecher der Freiburger Uniklinik auch Menschen aus dem Ausland sein. "Normale Kassenpatienten" seien von dem Datenklau nicht betroffen, betonte der Sprecher.

Laut Uniklinik Freiburg stahlen die Hacker von rund 54.000 ihrer Patientinnen und Patienten Stammdaten wie Name, Geburtsdatum und Adresse. In 900 Fällen flossen demnach zusätzlich Rechnungsdaten ab. Diese können Aufschluss geben über "Diagnose und Behandlungsart" der Patientinnen und Patienten, wie die Uniklinik weiter mitteilte. In sehr wenigen Fällen seien auch Kontodaten betroffen.

An der Uniklinik Heidelberg sind laut einer Mitteilung rund 11.000 Menschen betroffen. Von ihnen seien Stammdaten gestohlen worden, in rund 2.700 Fällen aller Wahrscheinlichkeit nach zudem Rechnungsdaten. In 34 Fällen seien auch Kontodaten betroffen.

Auch in Tübingen sind laut einer Pressemitteilung der Uniklinik mehrere Tausend Patienten betroffen: Bei rund 1.200 Menschen wurden demnach Gesundheitsdaten gestohlen, bei rund 3.800 allgemeine Finanzdaten und bei 6 sensible Finanzdaten. Man bedaure den Datendiebstahl zutiefst, teilte Jens Maschmann mit, der Leitende Ärztliche Direktor der Uniklinik. Gesundheitsdaten seien besonders sensibel. Ihr Missbrauch oder Diebstahl könne für Betroffene schwerwiegende Folgen haben. In Ulm geht es um insgesamt rund 1.600 betroffene Patientinnen und Patienten, dort gingen laut Uniklinik in rund 300 Fällen auch Informationen über Diagnosen und Behandlungen an die Kriminellen.

In Mannheim sind nach Angaben der Uniklinik 3.000 Patientinnen und Patienten betroffen, aber nur in einem Fall gehe es um finanzbezogene Daten.

Die betroffenen Universitätsklinika in Baden-Württemberg haben die Datenübertragung an den Dienstleister nach eigenen Angaben gestoppt. "Die zuständige Datenschutzbehörde sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) wurden am 16. April 2026 informiert", heißt es in der Mitteilung der Uniklinik Freiburg. Wie groß das Datenleck ist, habe erst 18. Mai sicher festgestanden - daher jetzt der Weg an die Öffentlichkeit.

Das baden-württembergische Wissenschaftsministerium teilte am späten Donnerstagnachmittag mit, die IT-Systeme der jeweiligen Universitätsklinika im Land seien von dem Cyberangriff nicht betroffen - nur der externe Dienstleister. Der Angriff zeige, wie verletzlich der Schutz persönlicher Daten sei. Umso wichtiger sei es, die Cybersicherheit zu stärken und zu erhöhen. Die betroffenen Patientinnen und Patienten würden aktiv und transparent über den Vorfall informiert und unterstützt.