Back www.salzburg24.at No More Chance for SMS Fraudsters: New Rule to Protect From Phishing From Now On
Nachrichten von Absendern, die nicht im neuen öffentlichen Verzeichnis der Regulierungsbehörde RTR eingetragen sind, blockiert das Netz automatisch. Damit setzt die Behörde dem grassierenden Betrug durch gefälschte Textnachrichten ein Ende – und nimmt Mobilfunkanbieter sowie Absender direkt in die Pflicht.
Neues Schutzschild gegen Phishing-SMS
Seit 1. Oktober gilt in Österreich eine gesetzliche Registrierungspflicht für textbasierte alphanumerische SMS-Absenderkennungen. Wie die Regulierungsbehörde RTR am Freitag in einer Aussendung bekannt gab, werden nur noch eingetragene Kennungen an österreichische Endnutzerinnen und Endnutzer zugestellt. Die Maßnahme reagiert auf die zunehmende Betrugsgefahr durch gefälschte alphanumerische SMS-Absender und soll Phishing-SMS ein Ende setzen.
"Wir haben heuer bereits mehr als 9.000 Beschwerden zu Betrugs-SMS registriert. Das zeigt: So gut wie niemand ist vor dieser Betrugsmasche gefeit, die finanziellen Schäden der getäuschten Endnutzerinnen und -nutzer sind sehr oft beträchtlich", sagte Klaus M. Steinmaurer, Geschäftsführer der RTR für den Fachbereich Telekommunikation und Post. Bei alphanumerischen Kennungen steht anstelle einer Telefonnummer eine Buchstabenfolge als Absender – etwa der Name eines Geldinstituts oder "FinanzOnline".
RTR schaltet öffentliches Verzeichnis frei
Die RTR hat dafür ein öffentlich einsehbares Verzeichnis für alphanumerische SMS-Absenderkennungen eingeführt. Dieses enthält alle in Österreich zugelassenen textbasierten und mit Zahlen kombinierten Kennungen. Fehlt eine Kennung im Register, wird das SMS nicht zugestellt. "Somit können wir vertrauen, dass ein SMS, das wir beispielsweise von unserer Hausbank bekommen, auch tatsächlich von unserer Hausbank stammt", erklärte Steinmaurer. Aktuell enthält das Verzeichnis bereits über 8.500 gültige Kennungen, weitere Eintragungen folgen laufend.
Eine Registrierung setzt einen eindeutigen Bezug zum Absender voraus: Nur berechtigte Inhaber dürfen eine auf sie lautende Kennung nutzen. "Wir haben im September mit Hochdruck mehr als 14.000 Einträge im Verzeichnis manuell auf Plausibilität geprüft und mussten mangels Datenqualität einen Teil wieder an einige mobile SMS-Diensteanbieter retournieren und berichtigen lassen. Hier wäre im Sinne der Effizienz für alle im Registrierungsprozess Involvierten – für Anbieter, Inhaber der Kennungen und RTR – mehr Sorgfalt bei der Bereitstellung der Daten seitens so mancher mobiler SMS-Diensteanbieter gewünscht", merkt Steinmaurer an.
Mobilfunkanbieter tragen die Verantwortung
Eine zentrale Rolle im neuen Prüfverfahren übernehmen die österreichischen Mobilfunkanbieter. Sie tragen die Kennungen im Auftrag von Unternehmen in das RTR-Verzeichnis ein. Zudem prüfen die Netzbetreiber vor der Zustellung die Echtheit der Absenderkennung und haften für Verstöße gegen die Vorschriften. "Der direkte Versand von alphanumerischen SMS aus dem Ausland an österreichische Kunden ist zukünftig untersagt und somit ist eine weitere Gefahrenquelle für Phishing-SMS beseitigt", so Steinmaurer.
Unter Phishing versteht man eine Form des digitalen Betrugs, bei der Kriminelle versuchen, vertrauliche Informationen wie Passwörter, Kreditkartendaten oder PINs zu erbeuten. Der Begriff leitet sich vom englischen Wort fishing (Fischen) ab – sinnbildlich wird dabei nach den Daten unwissender Opfer „gefischt“. Die Täter geben sich über gefälschte Nachrichten (per E-Mail, SMS oder Messenger) als vertrauenswürdige Institutionen wie Banken, Paketdienste oder Behörden aus. Meist enthalten die Nachrichten dramatisch formulierte Warnungen oder dringende Aufforderungen, über einen mitgeschickten Link Daten zu aktualisieren. Wer diesen Links folgt, landet auf einer täuschend echt nachgebauten Webseite, über die die eingegebenen Daten direkt an die Betrüger übermittelt werden. Handelt es sich bei den Nachrichten gezielt um gefälschte SMS, spricht man auch von Smishing (SMS-Phishing).
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