Back www.hna.de Softwaredefinierte Fahrzeuge Werden Zum Angriffsziel Zr 94576060
Die Vernetzung im Auto schafft neue Angriffsflächen. Fast jeder zweite Branchenexperte sieht Cybersicherheitslücken als eines der größten Risiken.
Software-definierte Fahrzeuge dürften nach Einschätzung vieler Branchenexperten innerhalb der kommenden drei Jahre zu einem bevorzugten Ziel von Cyberangriffen werden. Grund dafür ist die zunehmende Bündelung von Fahrzeugfunktionen auf zentralen Rechnern. Das geht aus einer Umfrage des Softwareanbieters QNX hervor.
Zudem nannten 47 Prozent der Befragten Cybersicherheitslücken als eine der größten Gefahren für die Einführung softwaredefinierter Fahrzeuge (SDV) in den kommenden fünf bis zehn Jahren. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 44 Prozent.
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Sorge um Sicherheit nimmt zu
Der weltweite Markt für Automotive-Cybersecurity soll nach Prognosen von Fortune Business Insights 2026 ein Volumen von 8,8 Milliarden Dollar erreichen. Bis Anfang beziehungsweise Mitte der 2030er-Jahre könnte er auf 17 bis 24 Milliarden Dollar wachsen.
Die Sorge um die Sicherheit nimmt zu, weil Hersteller zunehmend auf zentralisierte Rechnerarchitekturen setzen. Darauf verweist QNX, eine Tochter des Blackberry-Konzerns. Das Unternehmen liefert Software für digitale Cockpits, Fahrerassistenzsysteme und Fahrzeugsteuerungen an Hersteller wie Audi, General Motors und Mercedes-Benz.
Gemeinsame Rechnerplattformen erhöhen das Risiko
Das zentrale Sicherheitsrisiko besteht laut Philip Hatcher, Director Automotive OEM Engineering bei QNX, darin, unterschiedliche Softwarearten auf einem gemeinsamen Zentralrechner zu betreiben.
Eine der größten Herausforderungen sei, sicherzustellen, dass Software für das Nutzererlebnis, etwa Infotainment-Systeme, keine sicherheitskritischen Anwendungen wie Brems- oder Lenkfunktionen beeinträchtige, sagte Hatcher gegenüber unserer Schwesterpublikation Automotive News Europe. Bislang liefen Infotainment- und sicherheitsrelevante Systeme in der Regel auf voneinander getrennter Hardware.
„Wenn unterschiedliche Software auf derselben Plattform läuft, ist das ähnlich wie bei einem Computer. Von Zeit zu Zeit muss man Programme oder Browser-Tabs schließen“, sagte Hatcher. „Im Fahrzeug darf es nicht passieren, dass Vorgänge in einem Bereich Auswirkungen auf andere Bereiche haben, insbesondere wenn die Sicherheit betroffen ist.“
Kooperationen sollen Kosten senken
Nach Angaben von QNX sehen 75 Prozent der Befragten in einer fehlenden gemeinsamen und wiederverwendbaren Softwarebasis ein wesentliches Hindernis für die Entwicklung softwaredefinierter Fahrzeuge.
Um die Entwicklungskosten zu senken, suchen Hersteller verstärkt die Zusammenarbeit bei Software-Komponenten, die keine Differenzierung im Markt schaffen. Dazu zählen etwa grundlegende Betriebssystemschichten, sagte Hatcher.
Nachfrage nach einfacheren Fahrzeugen
Nach Einschätzung von Hatcher entsteht zugleich ein Marktsegment für Kunden, die eine einfache und bezahlbare Form der Mobilität bevorzugen und auf aufwendige Elektronik verzichten können.
„Es gibt einen Teil des Marktes, in dem Kunden Interesse an einem Fahrzeug hätten, das sie schlicht von A nach B bringt, ohne die umfangreiche Elektronik und Rechenleistung, die heute in Autos verbaut wird“, sagte Hatcher.
Günstige E-Autos angekündigt
Passend zu diesem Trend präsentierte Citroën am 11. Oktober ein 2CV-Konzeptfahrzeug. Die Serienversion des Elektroautos soll 2028 auf den Markt kommen und weniger als 15.000 Euro kosten.
Das Modell wird Teil des neuen E-Car-Programms von Stellantis sein. Zu diesem Programm gehören auch weitere Kleinwagen, darunter ein Modell der Marke Fiat, deren Einstiegspreise ebenfalls unter 15.000 Euro liegen sollen. (von Lois Jones)
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